Montag, 8. Dezember 2025

Heiße Erde- Kurzfilm über ein wertvolles Gut: Ackerboden

https://www.youtube.com/watch?v=kbjKWBaEdXM

In diesen wenigen Minuten wird viel wissenswertes über Ackerböden vermittelt. Anschauen zahlt sich aus für Landwirte und alle anderen. 

 

Mittwoch, 3. September 2025

Die Zuckerrübe zahlt alles... ein Spruch aus der Vergangenheit...

 Liebe Leute!

Das Getreide ist nach einer langen regenreichen Erntezeit seit der ersten Augusthälfte abgeerntet. Für Mais und Zuckerrüben war der Niederschlag im Juli extrem wichtig und höchst notwendig. 
Die Vorbereitungen für die Zuckerrübenernte laufen... fakt ist, dass dem Anbau der süßen Frucht immer mehr Stolpersteine im Weg sind. Von der fehlenden Beize und damit einhergehenden Aufgangsproblemen zu Beginn des Rübenjahres habe ich schon öfters hier berichtet. Im März war zu erfahren, dass die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf stillgelegt wird. Neben den vielen Arbeitsplätzen war meine Vermutung ganz richtig, dass auch der Wind für die Rübenbauern rauer wird. Mehr dazu später. Unsere Rüben entwickelten sich mittelmäßig, weil sie lückenhaft standen und sich ungleichmäßig präsentierten. Der Regen hat ihnen jetzt laufend geholfen.

Die Konzentration der Verarbeitung durch die Firma Agrana auf einem Standort in Tulln bringt wesentliche Änderungen/Nachteile für uns Bauern mit sich. Die anfangs versicherte Beibehaltung des Status Quo beim Übernahmesystem auf den Rübenplätzen bröckelt mehr und mehr weg. Aufgrund der großen Erntemengen für eine Fabrik (statt zwei) wird die Ernte bestimmt in den Dezember hinein dauern. Der Lageraufbau auf den Rübenplätzen soll sehr spät beginnen, so der Wunsch von Agrana. Dadurch wird sich auch die Ernte weit nach hinten verschieben. 
Das ursprüngliche Ziel von uns Rübenbauern war, dass die Rübenernte bis spätestens Mitte November abgeschlossen sein kann, um den schwierigen Witterungsverhältnissen im Herbst und der nachhaltigen Bodenschonung Rechnung zu tragen und die Rüben schonend und gesichert auf die Rübenlagerplätze zur Lagerung bringen zu können.
Der Weltmarktpreis für Zucker ist momentan sehr niedrig, daher sind auch für viele am Zuckerrübenanbau Beteiligten gerade karges Brot statt fette Gewinne zu verzeichnen.
Es bleibt spannend wie das alles aus/weitergehen wird/soll.

Auszug aus dem Newsletter der Rübenbauernorganisation vom 11. Juli 2025:

Neues Freihandelsabkommen mit der Ukraine geplant


Erst im letzten Newsletter Mitte Juni 2025 haben wir uns darüber gefreut, dass das bisherige Freihandelsabkommen mit der Ukraine nicht mehr verlängert und auf jenes Niveau wie vor dem Krieg auf 20.070 Tonnen zurückgenommen wurde. Deshalb wurden wir mit dem neuen Vorschlag der Europäischen Kommission völlig überrascht, der eine Ausweitung auf jährlich 100.000 Tonnen Weißzucker vorsieht. Wir betrachten dies als eine Provokation gegenüber allen österreichischen Rübenbäuerinnen und Rübenbauern, denn durch die völlig überzogenen Regelungen der letzten Jahre wurde ein Preisverfall ausgelöst, der bereits existenzielle Verluste auslöste, die uns mit der Rübenendabrechnung präsentiert wurden.

Es wurde zwar im Vorfeld bekannt, dass die EU-Kommission mit der Ukraine das bestehende Freihandelsabkommen weiterverhandelt und möglicherweise auch die bestehenden Zollfreimengen geringfügig angehoben werden, jedoch wurde dies dahingehend kommuniziert, dass besonders bei sensiblen Produkten, wie Zucker, äußerst behutsam vorgegangen werden wird. Das aktuelle Ergebnis bedeutet aber eine massive Erhöhung der Zollfreimenge um 500% gegenüber früher. Bei anderen landwirtschaftlichen Produkten liegt die Erhöhung im Bereich von 20-30%.

Die Rüben- und Zuckerwirtschaft in Europa reagiert ständig mit Flächenrücknahmen auf Marktverwerfungen, wie sie beispielsweise durch das Ukraine-Abkommen hervorgerufen wurden. All diese Anstrengungen der Branche werden aber durch immer neue Freihandelsabkommen zunichte gemacht. Das nächste Freihandelsabkommen, das im Raum steht, ist das Mercosur-Abkommen, das uns weitere knapp 200.000 Tonnen zollfreien Zucker in die EU bescheren wird. Diese Menge entspricht jener, die eine durchschnittliche europäische Zuckerfabrik jährlich produziert. Aktuell werden auch Freihandelsabkommen mit Indien und Thailand verhandelt. Details dazu sind uns noch nicht bekannt.

Wir werden jedenfalls nicht müde werden, die negativen Folgen der Freihandelsabkommen für uns Rübenbauern bei den Verantwortlichen zu deponieren. Es geht dabei nicht nur um die Interessen der Rübenbauern, sondern auch um den Erhalt der Versorgungssicherheit mit heimischen Produkten für die gesamte Bevölkerung.

Fest steht jedenfalls, dass dieser nun vorliegende Vorschlag für das Ukraine-Freihandelsabkommen keinem ukrainischen Kleinbauern etwas bringen wird. Die Profiteure sind die großen Agrarholdings der Ukraine. Die drei größten davon bewirtschaften mehr Ackerfläche als Österreichs Bäuerinnen und Bauern zusammen!

Uns mit diesen Agrarstrukturen in den Wettbewerb zu stellen, ist unfair und muss entschieden zurückgewiesen werden!

Als Bauer bin ich mittlerweile an globale Preisschwankungen gewöhnt, schwierig ist es aber damit zu wirtschaften. Vor Jahrzehnten galt der Spruch: "Die Rübe zahlt alles!" Das ist jetzt schlichtweg falsch.

 

Freitag, 28. Februar 2025

So wahr mir Gott helfe! Ich gelobe!

Gestern am 27. Februar  wurden die Gemeinderäte der Marktgemeinde Kreuzstetten angelobt. Es war mir persönlich wichtig, zu “ich gelobe” auch “so wahr mir Gott helfe” hinzuzufügen.

“So wahr mir Gott helfe” – warum?¹

  1. Die religiöse Formel unterstreicht, dass die Demokratie von Werten lebt, die sie nicht selbst hervorbringen kann; und dass staatliche Macht Grenzen anerkennen muss, wie zum Beispiel die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen.
  2. An Gottes Segen ist alles gelegen. Die religiöse Beteuerung ist eine Anerkennung der eigenen Grenzen. Es wäre arrogant zu sagen, dass wir Ihn nicht brauchen!
  3. In anderen Ländern ist eine religiöse Beteuerung selbstverständlich: Auch uns tut mehr Offenheit zu Religion in der Öffentlichkeit gut.
  4. Es ist eine besondere Gelegenheit sich zu unserem Schöpfer zu bekennen: “Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.” (Matthäus 10,32).

¹ Quelle: https://gudrunkugler.at/angelobt-so-wahr-mir-gott-helfe/

Freitag, 13. September 2024

15.000 Liter Wasserverbrauch pro kg Rindfleisch- was ist dran?

"Bauer Fritz aus Oberösterreich hat sich in seinem Gastkommentar mit dem Wasserverbrauch für Rindfleisch beschäftigt. Es ist ein langer Artikel (eigentlich ein Leserbrief auf einen Zeitungsartikel) geworden aber jede Zeile lohnt sich, weil er mit Fakten und Zahlen nur so gefüllt ist."
Und weil er so lang ist und so viele Links enthält bitte im Blog von Bauer Willi lesen.

https://www.bauerwilli.com/dummheit-und-propaganda/?fbclid=IwY2xjawFQz6dleHRuA2FlbQIxMQABHUIjSd9Jw3EVJAWY_Fi4gOC1iI2dnZyFHTbeXbvk03GNcj7ZPjzWMzPu6g_aem_4OR6thFdsz7Ss23aeGRpQw

Sonntag, 11. Februar 2024

Vollspaltenböden- Was kommt?

Bei der aktuellen Diskussion um die Bodenbeschaffenheit in Schweineställen fehlen mir die Antworten auf folgende Fragen:
×) Vor einigen Monaten wurde beschlossen bis 2039 bleiben bestehende Ställe erlaubt. Jetzt wird diese Frist verkürzt. Was soll ein Landwirt machen, der vor kurzem (zb 2021) sein ganzes Geld samt Riesenkredit investiert hat? Eine solche Finanzierung läuft jedoch oft 20 Jahre und länger. Der Stall wird auch teuer außerhalb des Ortsbereich gebaut sein, dass ja niemand (geruchs/lärm) belästigt wird. ☁️🦨

×) Als Bauer arbeite ich täglich mit Tieren. Ihr Wohlbefinden ist mir wichtig. Ich sehe, dass ihre Ausscheidungen sofort durch die Schlitze des Vollspaltenboden abfließen und durchgetreten werden. Die Schweine sind ganzjährig sauber und trocken. Welches Stallsystem wird danach Standard? Eines wo ich täglich ausmisten darf? Kein Problem habe ich mit dieser Arbeit, die wird ja sicher über einen höheren österreichischen Schweinepreis abgegolten. 😉 Oder liege ich da einem Faschingsscherz am Faschingssonntag auf? 😅

×) Schweine können nicht schwitzen und überschüssige Körperwärme über die Haut oder "keuchen" abgeben. Sie mögen an heißen Tagen die kühlende Eigenschaft des Betons. 🥵💧
Wissen das die Leute, die mitreden und Entscheidungen treffen?

×) In Österreich wurde in der Vergangenheit wenig in neue Schweineställe u.ä. investiert. Die Planungssicherheit, das sich Investitionen amortisieren und moderne Schweinehaltung gesellschaftlich erwünscht ist, fehlt wahrscheinlich. 💰
Wenn wir weltweiter Vorreiter mit einem Spaltenverbot sein wollen, dann bitte auch mit Importverbot für solche Ware. Ein klarer Handlungsauftrag für die Politik. 
Wo wird das Schweinefleisch fürs Sonntagsschnitzel her sein, wenn die heimischen Ställe leer sind??

Sonntag, 21. Januar 2024

Vollspalten- VfGh Erkenntnis

 🌐🐷 Countdown für Schweinebetriebe verkürzt! Ursprünglich war bis 2040 Zeit, Ställe anzupassen und Vollspaltenböden umzurüsten. Der Verfassungsgerichtshof hat aber entschieden, die Übergangsfrist aufzuheben🚜🏡 Unsere Bäuerinnen & Bauern stehen nun vor existenziellen Herausforderungen. Stallumbauten sind enorm teuer und müssen sich durch den Schweinepreis rechnen. Wenn die Eigenversorgung mit heimischer Ware aber nicht mehr funktioniert, werden die Importe von ausländischem Schweinefleisch aus unkontrollierten Haltungsbedingungen steigen. 

Dieter Schwarz meint zu Importware auf Facebook: "Versteh ich eh grad gar nicht. Wenn der Chinese ein Auto liefern möchte, muss es auch EU Standart haben. Ein Elektrogerät ohne Schutzerdung... kann auch keiner in die EU liefern. Warum kann einer 100 to Reis liefern aus einem Land wo Pflanzenschutz angewendet wird, der bei uns verboten ist?" 

Weiter schreibt er: "wir sind auch richtig begeistert, das im "Supermarkt" Gebäck ukrainisches Getreide ist, welches klarerweise wesentlich billiger produziert wird auf Feldern die bis zu 1.000 x so groß sind wie unsere, mit Personalkosten, die 700% unter unseren liegen"

Wird die Änderung bei Vollspaltenböden dem Tierwohl wirklich zugute kommen? 🐾🌱 #Landwirtschaft #Tierschutz #Umwelt #Tierwohl #Schweinebetriebe

Hier der Beitrag dazu im Wirtschaftsmagazin ECO, für wenige Tage verfügbar:

https://tvthek.orf.at/profile/Eco/11523082/Eco-vom-18-01-2024/14209736/Arme-Schweine-Vollspaltenboeden-Aus-spaltet-Bauern-und-Tierschuetzer/15553659%F0%9F%90%96?fbclid=IwAR36M4NB9s-ZwMUZ2anP9iP2lk5_qbkKOULA0NKTSgb8rChq1AgGN_eTWqQ

Bitte auch dieses Video einer Tierärztin zum Thema anschauen: 

https://www.facebook.com/share/v/ZThigcgBMEdFTKpL/



Donnerstag, 21. Dezember 2023

Ukrainie flutet EU-Zuckermarkt :-(

Auszug aus dem aktuellen Newsletter von "Die Rübenbauern":

Der europäische Zuckerpreis ist nach wie vor erfreulich hoch. Auch am Weltzuckermarkt wird ein erfreulich hohes Preisniveau verzeichnet und wird laut Experten noch einige Zeit auf diesem Niveau verbleiben. Es gibt am Weltmarkt keine Anzeichen für eine Veränderung der Situation, da so wie am europäischen Markt Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind. 

Situation Ukraine
Sorge bereitet der europäischen Rüben- und Zuckerbranche die Entwicklung in der Ukraine. Die Europäische Kommission hat als Solidaritätsbekundung gegenüber der kriegsgebeutelten Ukraine unlimitierten und zollfreien Zugang für Zucker gewährt. 

Die Ukraine hat bis vor dem Kriegsbeginn am europäischen Markt überhaupt keine Rolle gespielt. Durch die Ermöglichung von Zuckerexporten in die EU sind nun die Mengen ständig im Steigen. Dem Vernehmen nach wurden die Flächen für den Anbau 2023 bereits ausgeweitet, wodurch in diesem Zuckerwirtschaftsjahr etwa 650.000 Tonnen Zucker aus der Ukraine in die Europäische Union gelangen könnten. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2024/25 könnten nach weiteren Produktionssteigerungen in der Ukraine sogar 1 Mio. Tonnen Zucker nach Europa eingeliefert werden – und das gänzlich ohne Produktionsauflagen! 

So dürfen in der Ukraine beispielsweise die Neonicotinoide, die bei uns verboten sind, verwendet werden. Diese Importe können zu einem Ungleichgewicht am europäischen Markt führen, wenn die bisherigen Importe aus anderen Regionen dadurch nicht zurückgedrängt werden. Fest steht jedenfalls, dass vor allem die Erlöse aus den Verkäufen in die Europäische Union sicher nicht der kriegsgeplagten Bevölkerung zugutekommen, sondern nur einigen wenigen Zuckerindustrien und deren Eigentümer in die Hände spielen. 

Der europäische Zuckerrübenbauernverband CIBE und der europäische Zuckerindustrieverband CEFS haben auf diesen Umstand bei der Europäischen Kommission hingewiesen und klare Regelungen, insbesondere klar definierte Importquoten, verlangt.
Die Europäische Kommission sieht allerdings keinen Handlungsbedarf und verweist lediglich auf die Solidarität der Europäischen Union gegenüber der Ukraine. "Die Rübenbauern" werden an diesem Thema jedenfalls dranbleiben und auch in Österreich die Unterstützung unseres Anliegens einfordern.

Samstag, 16. Dezember 2023

 Das Jahr neigt sich dem Ende zu...
Zeit für mich ein bisschen zurückzublicken:
Was war los?

Mit diesem Beitrag will ich dich ein bisschen mitnehmen in die Welt eines Ackerbauern. Bei Fragen schreib mir einfach.

Der Februar und März war wie in den letzten Jahren schon von Trockenheit geprägt.
Anfang April setzten dann Niederschläge ein, die nur von kurzen Schönwetterphasen unterbrochen wurden. In der Landwirtschaft nehme ich jeden Regen, weil ich nie weiß wann der nächste kommt. April und Mai waren verhältnismäßg kühl und naß, was die Zeitfenster für Anbau, Düngung und Pflege sehr klein machten. Beim Sonnenblumenanbau musste ich zum Teil z.B. einen Kompromiss eingehen, weil die Felder im Abtrocknen waren und schon der nächste Niederschlag vom Himmel lachte. Da traf ich die Aussaatbedingungen nicht optimal, der Bestand entwickelte sich trotzdem schön.

Die Sonnenblumen setzte ich einen Teil in Direktsaat, also ohne Bearbeitung im Frühjahr. Beim Mais ging ich noch einen Schritt weiter. Dort säte ich ebenfalls die Begrünung im Sommer 2022 nach Weizen ohne Bearbeitung in den Boden und der nachfolgende Kukuruz Anfang Mai 2023 ebenfalls in Direktsaat. Während viele meiner Berufskollegen zigmal mit verschiedenen Geräten über die Äcker fahren, versuche ich die Bearbeitungsintensität zu reduzieren. Das spart nicht nur Treibstoff und Geräteverschleiß, sondern hilft auch den Bodenlebewesen, die am liebsten ungestört bleiben wollen.

Warum mache ich das? Ich versuche mich an das System der regenerativen Landwirtschaft heranzutasten und konservierende Landwirtschaft zu betreiben. Das bedeutet besonders gut auf den Boden, der die Grundlage allen Lebens ist, gut aufzupassen.



           
Kukuruz direkt in der Begrünung, die damals in die Stoppeln gesät wurde. Mit Glyphosat wurde das Altunkraut unmittelbar nach der Saat beseitigt.



Sonnenblumen die direkt in der Begrünung wachsen.
 
Auch bei den Zuckerrüben waren wieder viele Herausforderungen zu beweältigen. Der Rüsselkäfer und der Erdfloh setzten den kleinen Pflanzen wieder sehr zu. Einen kleinen Teil mussten wir nochmal anbauen. 
Das linke Blatt ist noch ganz, die anderen Blätter sind schon stark von den Schädlingen abgefressen. Mit einer Neonic-Beizung wäre dieser Schaden vermutlich geringer. Wenn die ganze Blattmasse fehlt, ist diese Pflanze Geschichte.

 Für Wintergerste und Winterweizen war die Witterung im Frühjahr optimal, dort war auch der Ertrag in Ordnung.
 
Auch Fortbildung ist immer wichtig, daher war ich im Juni auf einem Feldtag in Wieselburg. Praktiker berichteten und auf den Schaufeldern gab es viel zu sehen.


 
 

 
Zu Fronleichnam am 8. Juni war der letzte größere Niederschlag. Es folgte ein trockener Juni, ein noch heißerer und trockener Juli.
Die Getreideernte konnten wir bei schönstem Wetter unter Zusammenhilfe der ganzen Familie ohne Verzögerungen einbringen. Meine Frau Lisi wagte sich das erste Mal an die großen Anhänger und war tapfer mit dem Traktor und vollen Weizenanhängern unterwegs zur Verkaufstelle (z.B. Lagerhaus). Ich bin stolz auf sie, weil sie mit dem notwendigen Respekt mit den großen Fahrzeugen tadellos unterwegs war.
 

Wüstenähnliche Zustände im Juli beim Grubbern

Weizenernte


Trockenheit- ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

 
 Auf den Feldern wo nach Getreide fruchtfolgemßig die nächste Kultur im Frühjahr 2024 angebaut wird, kommt eine Zwischenfrucht (=Begrünung) hin. Das ist bei Zuckerrüben, Sonnenblumen und Mais der Fall. Einen beträchtlichen Teil der Begrünung habe ich unmittelbar nach dem Drusch eingesät. Trotz Trockenheit etablierte sich nach den Niederschlägen ein guter Bestand.

 

Um die 10-12 Komponenten mische ich zusammen um eine diverse Abwechslung am Feld zu erhalten.   
Anfang August war eine kurze Kälteperiode mit Niederschlägen. Der erste nennenswerte Regen seit Fronleichnam. Schnell kam wieder die Hitze und bis Anfang Oktober waren wir wieder ohne Niederschlag.
 
Die Zuckerrüben wurden mit einem Fungizid und Spurenelementen behandelt. 
 
 
An einem heißen Sommertag (davon hatten wir ja genug) Ende August verglich ich die Bodentemperatur am bedeckten gegenüber einem offenen Boden. Hitze ist für die Bodenlebewesen schlecht, daher wurde ich bestätigt den Boden wenn immer es geht mit natürlichem Bewuchs zu belassen.





Die Begrünung entwickelt sich schön langsam.

Im September folgte unter anderem die Maisernte. Nur 60% eines Durchschnittsjahres konnten wir aufgrund der Trockenheit ernten.

Oft reicht die Kukurzpflanze bis zum Mähdrescherfahrer hinauf. Heuer war das nur an wenigen Stellen mit besserer Wasserversorgung auf besseren Böden der Fall.

Die Schweinegülle ist sehr wertvoller Dünger und wird bei uns unmittelbar nach der Ausbringung mit modernem Schleppschlauchfaß eingearbeitet. Das reduziert teure Düngerverluste in die Luft.

 Im Oktober wurde das Wintergetreide angebaut und der erste Teil der Zuckerrüben geerntet. Die Erntemenge war zufriedenstellend für das heurige Jahr, das Feld war frei von Rüsselkäferbefall und ein schöner Acker mit gleichmäßigem Bestand.


Weizenanbau nach Sonnenblumen

Auch die Sonnenblumen wurden im Herbst gedroschen. Die kamen ertraglich mit einem blauen Auge davon, weil sie sehr trockenheitstolerant ist.

Ein goldener Herbst mit sommerlichen Temperaturen im September und Oktober ging zu Ende. Ende Oktober setzte der Regen ein, der sich mit regenfreien Zeiten abwechselte. Die Rübenernte der Rodegemeinschaft schritt nicht wie gewünscht voran, weshalb noch Ende November unsere halbe Fläche an Zuckerrüben bei uns im Boden waren. Der Schneefall überraschte dann Anfang Dezember sehr. Eine Woche später konnten wir den ersten Acker von zwei unter besonderen Bedingungen ernten.


 Bei tiefwinterlichen Verhältnissen brachte die Erntemaschine die Rüben aus der Erde. Ein Feld ist noch zu ernten. So eine späte Rübenernte gab es bei uns noch nicht.
 
Ich wünsche euch frohe Weihnachten, ruhige schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2024!


Freitag, 26. Mai 2023

Mediensplitter- ORF und Radio Maria

In den Medien wird immer wieder über Landwirtschaft berichtet.

Der erste Beitrag ist nur mehr wenige Tage aufrufbar. Es wird erklärt, dass die Landwirtschaft für 11% der CO² Emmissionen verantwortlich ist. Ist das jetzt schlimm? Im ORF-Beitrag wird es so dargestellt. Die Landwirtschaft ist auf jeden Fall zu 100% für deine Ernährung verantwortlich. Und das ist doch viel wichtiger!
Weiters wird auf die tragische Tatsache aufmerksam gemacht, dass jeden Tag ein Bauer in Frankreich sich das Leben nimmt. Als Gründe werden die schwierigen Rahmenbedingungen und großer Druck genannt.

https://tvthek.orf.at/profile/Weltjournal/1328/WELTjournal-Europa-die-Zukunft-der-Landwirtschaft/14180071/WELTjournal-Europa-die-Zukunft-der-Landwirtschaft/15400050?fbclid=IwAR0YqdbA17v96u8muvzYCbc3T2bStrMXZG27OJTp-zj8CCwJQG0JG9r1fpY

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Vor einigen Tagen war ich auf Radio Maria über eine Stunde live zu hören. In der Sendereihe "Lebenshilfe" berichtete ich über Ackerbau im Weinviertel. Nach meinem halbstündigen Vortrag, nutzten wieder viele Anrufer die Möglichkeit mit mir direkt ins Gespräch zu kommen.

https://www.radiomaria.at/radiotheaser/lebenshilfe-51/?fbclid=IwAR1PRpbvtEquHoIiwe3ctH9lE6PT_X8td2zxaScglT_-HGQZMvFFTOT2lCM

Donnerstag, 18. Mai 2023

Biobauern habens schwer

Die wirtschaftliche Lage im Biolandbau ist angespannt. Viele stellen wieder auf konventionell um. Mehr dazu: 
http://gmeiner-meint.blogspot.com/2023/05/viele-bauern-lassen-die.html?m=1

Dienstag, 31. Mai 2022

Glyphosat nicht krebserregend

Wie die ECHA, die europäische Chemikalienagentur am 30. Mai 2022 mitteilt, wird der Wirkstoff Glyphosat erneut als nicht krebserregend eingestuft. Vorausgegangen war die Sichtung zahlreicher Studien.

https://echa.europa.eu/-/glyphosate-no-change-proposed-to-hazard-classification

Sie hatte diese Einstufung bereits im Juni 2017 abgegeben:

https://echa.europa.eu/-/glyphosate-not-classified-as-a-carcinogen-by-echa

Diese Mitteilung ist Teil des gesetzlichen Vorganges, der entscheidet, ob die Zulassung des Wirkstoffes im Herbst 2023 verlängert wird.

Gerade im hügeligen Weinviertel sind in den vergangenen Wochen einige Gewitter niedergegangen. 

Dort wo auf die Frühjahrs-Bodenbearbeitung vor dem Anbau von Rüben, Sonnenblumen, Mais usw. verzichtet wurde, blieb die Erde am Acker. Das sehe ich bei meinen eigenen Feldern, als auch bei meinen Berufskollegen.

Wenn durch mehrmaliges Grubbern und Eggen viel Feinerde prodzuiert wird, wird diese dann auch leichter auf die Straße und bis in die Häuser geschwemmt. Das sorgt für Unmut in der Bevölkerung und zahlreiche Einsätze für die Feuwehren.

Dort wo Begrünungen angebaut werden und mit erosionsschützender Mulch- oder Direktsaat angebaut wird, ist Glyphosat ein wichtiges Werkzeug um den Boden am Acker zu halten, weil dort fast nichts oberflächlich abrinnt und Erde mitschwemmt.

Diese Effekte beobachte ich seit einigen Jahren, daher finde ich Glyphosat als notwendiges Instrument für den Ackerbau. Wichtig ist mir ein sorgsamer Umgang: So wenig wie möglich und so viel als notwendig.


Mittwoch, 26. Januar 2022

Schweinestall neu

Seit 1980 steht bei mir im Hof der- von meinen Eltern errichtete- Mastschweinestall. Da nun das Innenleben wie Aufstallung etc. vermerht reparaturbedürftig wurde, stand ich vor der Entscheidung den Stall aufzugeben oder zu sanieren.

Nach einem langen Nachdenkprozess entschied ich mich für die Renovierung. Der Stall ist schon da, besitzt alle Genehmigungen und entspricht den Vorschriften. Ich finde es auch nachhaltiger vorhandene Gebäude zu nutzen, als auf die grüne Wiese neu zu bauen. 

Das zweite Quartal 2021 stand ganz im Zeichen dieser Baustelle:

Alte Aufstallung:


 
 
 




Der Bauer (ich) wurde auch mal rinnwaschelnaß:
                                                                Makita-Familientreffen:


Das Spaltenkommando (Erklärung weiter unten =)


 
 

Die Staubmaske trage ich immer im Stall wegen meiner Stauballergie. Nicht erst seit zwei Jahren, seit es alle tun. ;-)
Auch der Spaß kam nicht zu kurz wie man am Video sieht.
 


Das Spaltenkommando ist eine Spezialeinheit zur Erfüllung besonderer Aufgaben. In meinem Fall ging es um die 120kg schweren Betonteile, die manuell (also händisch) bewegt werden mussten. Zuerst kamen die alten Teile heraus und danach wurden von den starken Männern, die neuen wieder eingebaut. Danke an die fleißigen Burschen, die mich im Spaltenkommando unterstützen.  Ein Maistrich bezeichnete mich auch als "Spaltenkommandant".
Als Kommandant liegt mir auch das Wohlergehen meiner Einheit sehr am Herzen, weshalb es nach jedem Einsatz ausreichende körperliche Stärkung gab. Die Abschlussbesprechung Ende Juni des Spaltenkommandas dauerte bis weit nach Mitternacht inkl.Turmspiel. 


Mitte Juni wurde die Flüssigfütterung abgebaut und Platz für die neue Anlage gemacht:





Onkel Hans bei der Arbeit:




OBO-Gittertassen- geliefert durch die Spedition Bernhard Kronberger:

Die Aufstellung des Silos kostete mich zwar einiges an Nerven, aber jetzt steht er.



Die ersten Schweine besiedeln den neuen Stall.
Erstbefüllung des Silos!

Die Schweine bekommen ihr Futter, weil der Fütterungscomputer läuft!

Das Spaltenkommando bei der Arbeit.



 Beton und Eisenentsorgung:

Der stolze Bauer vor seiner modernen Fütterungsanlage.


Auch am Hochsilo wurde einiges erneuert.



Mittlerweile ist der Stall einige Monate in Vollbetrieb und ich bedanke mich bei allen Beteiligten am Projekt für die gute Zusammenarbeit. 
Bei den Firmen erwähne ich die Elektrofirma Bschliehsmaier, die in einer fast ausweglosen Situation die perfekte Lösung hatte.  
Danke sage ich auch an meine Eltern: Hätte Mama uns nicht so kulinarisch verwöhnt, wäre nicht soviel weitergegangen. Und Vati war sowieso der Alleskönner auf der Baustelle!