https://www.youtube.com/watch?v=kbjKWBaEdXM
In diesen wenigen Minuten wird viel wissenswertes über Ackerböden vermittelt. Anschauen zahlt sich aus für Landwirte und alle anderen.
Hier erzähle ich von betrieblichen, politischen und gesellschaftlichen Erlebnissen und Geschehnissen.
https://www.youtube.com/watch?v=kbjKWBaEdXM
In diesen wenigen Minuten wird viel wissenswertes über Ackerböden vermittelt. Anschauen zahlt sich aus für Landwirte und alle anderen.
Liebe Leute!
Das Getreide ist nach einer langen regenreichen Erntezeit seit der ersten Augusthälfte abgeerntet. Für Mais und Zuckerrüben war der Niederschlag im Juli extrem wichtig und höchst notwendig.
Die Vorbereitungen für die Zuckerrübenernte laufen... fakt ist, dass dem Anbau der süßen Frucht immer mehr Stolpersteine im Weg sind. Von der fehlenden Beize und damit einhergehenden Aufgangsproblemen zu Beginn des Rübenjahres habe ich schon öfters hier berichtet. Im März war zu erfahren, dass die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf stillgelegt wird. Neben den vielen Arbeitsplätzen war meine Vermutung ganz richtig, dass auch der Wind für die Rübenbauern rauer wird. Mehr dazu später. Unsere Rüben entwickelten sich mittelmäßig, weil sie lückenhaft standen und sich ungleichmäßig präsentierten. Der Regen hat ihnen jetzt laufend geholfen.
Die Konzentration der Verarbeitung durch die Firma Agrana auf einem Standort in Tulln bringt wesentliche Änderungen/Nachteile für uns Bauern mit sich. Die anfangs versicherte Beibehaltung des Status Quo beim Übernahmesystem auf den Rübenplätzen bröckelt mehr und mehr weg. Aufgrund der großen Erntemengen für eine Fabrik (statt zwei) wird die Ernte bestimmt in den Dezember hinein dauern. Der Lageraufbau auf den Rübenplätzen soll sehr spät beginnen, so der Wunsch von Agrana. Dadurch wird sich auch die Ernte weit nach hinten verschieben.
Das ursprüngliche Ziel von uns Rübenbauern war, dass die Rübenernte bis spätestens Mitte November abgeschlossen sein
kann, um den schwierigen Witterungsverhältnissen im Herbst und der
nachhaltigen Bodenschonung Rechnung zu tragen und die Rüben schonend
und gesichert auf die Rübenlagerplätze zur Lagerung bringen zu können.
Der Weltmarktpreis für Zucker ist momentan sehr niedrig, daher sind auch für viele am Zuckerrübenanbau Beteiligten gerade karges Brot statt fette Gewinne zu verzeichnen.
Es bleibt spannend wie das alles aus/weitergehen wird/soll.
Auszug aus dem Newsletter der Rübenbauernorganisation vom 11. Juli 2025:
Neues Freihandelsabkommen mit der Ukraine geplant |
Erst im letzten
Newsletter Mitte Juni 2025 haben wir uns darüber gefreut, dass das
bisherige Freihandelsabkommen mit der Ukraine nicht mehr verlängert und
auf jenes Niveau wie vor dem Krieg auf 20.070 Tonnen zurückgenommen
wurde. Deshalb wurden wir mit dem neuen Vorschlag der Europäischen
Kommission völlig überrascht, der eine Ausweitung auf jährlich 100.000
Tonnen Weißzucker vorsieht. Wir betrachten dies als eine Provokation
gegenüber allen österreichischen Rübenbäuerinnen und Rübenbauern, denn
durch die völlig überzogenen Regelungen der letzten Jahre wurde ein
Preisverfall ausgelöst, der bereits existenzielle Verluste auslöste, die
uns mit der Rübenendabrechnung präsentiert wurden.
Es wurde
zwar im Vorfeld bekannt, dass die EU-Kommission mit der Ukraine das
bestehende Freihandelsabkommen weiterverhandelt und möglicherweise auch
die bestehenden Zollfreimengen geringfügig angehoben werden, jedoch
wurde dies dahingehend kommuniziert, dass besonders bei sensiblen
Produkten, wie Zucker, äußerst behutsam vorgegangen werden wird. Das
aktuelle Ergebnis bedeutet aber eine massive Erhöhung der Zollfreimenge
um 500% gegenüber früher. Bei anderen landwirtschaftlichen Produkten
liegt die Erhöhung im Bereich von 20-30%.
Die Rüben- und
Zuckerwirtschaft in Europa reagiert ständig mit Flächenrücknahmen auf
Marktverwerfungen, wie sie beispielsweise durch das Ukraine-Abkommen
hervorgerufen wurden. All diese Anstrengungen der Branche werden aber
durch immer neue Freihandelsabkommen zunichte gemacht. Das nächste
Freihandelsabkommen, das im Raum steht, ist das Mercosur-Abkommen, das
uns weitere knapp 200.000 Tonnen zollfreien Zucker in die EU bescheren
wird. Diese Menge entspricht jener, die eine durchschnittliche
europäische Zuckerfabrik jährlich produziert. Aktuell werden auch
Freihandelsabkommen mit Indien und Thailand verhandelt. Details dazu
sind uns noch nicht bekannt.
Wir werden jedenfalls nicht müde
werden, die negativen Folgen der Freihandelsabkommen für uns Rübenbauern
bei den Verantwortlichen zu deponieren. Es geht dabei nicht nur um die
Interessen der Rübenbauern, sondern auch um den Erhalt der
Versorgungssicherheit mit heimischen Produkten für die gesamte
Bevölkerung.
Fest steht jedenfalls, dass dieser nun vorliegende
Vorschlag für das Ukraine-Freihandelsabkommen keinem ukrainischen
Kleinbauern etwas bringen wird. Die Profiteure sind die großen
Agrarholdings der Ukraine. Die drei größten davon bewirtschaften mehr
Ackerfläche als Österreichs Bäuerinnen und Bauern zusammen!
Uns mit diesen Agrarstrukturen in den Wettbewerb zu stellen, ist unfair und muss entschieden zurückgewiesen werden!
Als Bauer bin ich mittlerweile an globale Preisschwankungen gewöhnt, schwierig ist es aber damit zu wirtschaften. Vor Jahrzehnten galt der Spruch: "Die Rübe zahlt alles!" Das ist jetzt schlichtweg falsch.
Gestern am 27. Februar wurden die Gemeinderäte der Marktgemeinde Kreuzstetten angelobt. Es war mir persönlich wichtig, zu “ich gelobe” auch “so wahr mir Gott helfe” hinzuzufügen.
“So wahr mir Gott helfe” – warum?¹
¹ Quelle: https://gudrunkugler.at/angelobt-so-wahr-mir-gott-helfe/
🌐🐷 Countdown für Schweinebetriebe verkürzt! Ursprünglich war bis 2040 Zeit, Ställe anzupassen und Vollspaltenböden umzurüsten. Der Verfassungsgerichtshof hat aber entschieden, die Übergangsfrist aufzuheben🚜🏡 Unsere Bäuerinnen & Bauern stehen nun vor existenziellen Herausforderungen. Stallumbauten sind enorm teuer und müssen sich durch den Schweinepreis rechnen. Wenn die Eigenversorgung mit heimischer Ware aber nicht mehr funktioniert, werden die Importe von ausländischem Schweinefleisch aus unkontrollierten Haltungsbedingungen steigen.
Dieter Schwarz meint zu Importware auf Facebook: "Versteh ich eh grad gar nicht. Wenn der Chinese ein Auto liefern möchte, muss es auch EU Standart haben. Ein Elektrogerät ohne Schutzerdung... kann auch keiner in die EU liefern. Warum kann einer 100 to Reis liefern aus einem Land wo Pflanzenschutz angewendet wird, der bei uns verboten ist?"
Weiter schreibt er: "wir sind auch richtig begeistert, das im "Supermarkt" Gebäck ukrainisches Getreide ist, welches klarerweise wesentlich billiger produziert wird auf Feldern die bis zu 1.000 x so groß sind wie unsere, mit Personalkosten, die 700% unter unseren liegen"
Wird die Änderung bei Vollspaltenböden dem Tierwohl wirklich zugute kommen? 🐾🌱 #Landwirtschaft #Tierschutz #Umwelt #Tierwohl #Schweinebetriebe
Hier der Beitrag dazu im Wirtschaftsmagazin ECO, für wenige Tage verfügbar:
Bitte auch dieses Video einer Tierärztin zum Thema anschauen:
https://www.facebook.com/share/v/ZThigcgBMEdFTKpL/
Auszug aus dem aktuellen Newsletter von "Die Rübenbauern":
Der europäische Zuckerpreis ist nach wie vor erfreulich hoch. Auch am Weltzuckermarkt wird ein erfreulich hohes Preisniveau verzeichnet und wird laut Experten noch einige Zeit auf diesem Niveau verbleiben. Es gibt am Weltmarkt keine Anzeichen für eine Veränderung der Situation, da so wie am europäischen Markt Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind.
Situation Ukraine
Sorge bereitet der europäischen Rüben- und Zuckerbranche die Entwicklung in der Ukraine. Die Europäische Kommission hat als Solidaritätsbekundung gegenüber der kriegsgebeutelten Ukraine unlimitierten und zollfreien Zugang für Zucker gewährt.
Die Ukraine hat bis vor dem Kriegsbeginn am europäischen Markt überhaupt keine Rolle gespielt. Durch die Ermöglichung von Zuckerexporten in die EU sind nun die Mengen ständig im Steigen. Dem Vernehmen nach wurden die Flächen für den Anbau 2023 bereits ausgeweitet, wodurch in diesem Zuckerwirtschaftsjahr etwa 650.000 Tonnen Zucker aus der Ukraine in die Europäische Union gelangen könnten. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2024/25 könnten nach weiteren Produktionssteigerungen in der Ukraine sogar 1 Mio. Tonnen Zucker nach Europa eingeliefert werden – und das gänzlich ohne Produktionsauflagen!
So dürfen in der Ukraine beispielsweise die Neonicotinoide, die bei uns verboten sind, verwendet werden. Diese Importe können zu einem Ungleichgewicht am europäischen Markt führen, wenn die bisherigen Importe aus anderen Regionen dadurch nicht zurückgedrängt werden. Fest steht jedenfalls, dass vor allem die Erlöse aus den Verkäufen in die Europäische Union sicher nicht der kriegsgeplagten Bevölkerung zugutekommen, sondern nur einigen wenigen Zuckerindustrien und deren Eigentümer in die Hände spielen.
Der europäische Zuckerrübenbauernverband CIBE und der europäische Zuckerindustrieverband CEFS haben auf diesen Umstand bei der Europäischen Kommission hingewiesen und klare Regelungen, insbesondere klar definierte Importquoten, verlangt.
Die Europäische Kommission sieht allerdings keinen Handlungsbedarf und verweist lediglich auf die Solidarität der Europäischen Union gegenüber der Ukraine.
"Die Rübenbauern" werden an diesem Thema jedenfalls dranbleiben und auch in Österreich die Unterstützung unseres Anliegens einfordern.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu...
Zeit für mich ein bisschen zurückzublicken:
Was war los?
Der Februar und März war wie in den letzten Jahren schon von Trockenheit geprägt.
Anfang April setzten dann Niederschläge ein, die nur von kurzen Schönwetterphasen unterbrochen wurden. In der Landwirtschaft nehme ich jeden Regen, weil ich nie weiß wann der nächste kommt. April und Mai waren verhältnismäßg kühl und naß, was die Zeitfenster für Anbau, Düngung und Pflege sehr klein machten. Beim Sonnenblumenanbau musste ich zum Teil z.B. einen Kompromiss eingehen, weil die Felder im Abtrocknen waren und schon der nächste Niederschlag vom Himmel lachte. Da traf ich die Aussaatbedingungen nicht optimal, der Bestand entwickelte sich trotzdem schön.
Die Sonnenblumen setzte ich einen Teil in Direktsaat, also ohne Bearbeitung im Frühjahr. Beim Mais ging ich noch einen Schritt weiter. Dort säte ich ebenfalls die Begrünung im Sommer 2022 nach Weizen ohne Bearbeitung in den Boden und der nachfolgende Kukuruz Anfang Mai 2023 ebenfalls in Direktsaat. Während viele meiner Berufskollegen zigmal mit verschiedenen Geräten über die Äcker fahren, versuche ich die Bearbeitungsintensität zu reduzieren. Das spart nicht nur Treibstoff und Geräteverschleiß, sondern hilft auch den Bodenlebewesen, die am liebsten ungestört bleiben wollen.
Warum mache ich das? Ich versuche mich an das System der regenerativen Landwirtschaft heranzutasten und konservierende Landwirtschaft zu betreiben. Das bedeutet besonders gut auf den Boden, der die Grundlage allen Lebens ist, gut aufzupassen.
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| Kukuruz direkt in der Begrünung, die damals in die Stoppeln gesät wurde. Mit Glyphosat wurde das Altunkraut unmittelbar nach der Saat beseitigt. |
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| Sonnenblumen die direkt in der Begrünung wachsen. |
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| Wüstenähnliche Zustände im Juli beim Grubbern |
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| Weizenernte |
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| Trockenheit- ein Bild sagt mehr als 1000 Worte |
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| Oft reicht die Kukurzpflanze bis zum Mähdrescherfahrer hinauf. Heuer war das nur an wenigen Stellen mit besserer Wasserversorgung auf besseren Böden der Fall. |
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| Die Schweinegülle ist sehr wertvoller Dünger und wird bei uns unmittelbar nach der Ausbringung mit modernem Schleppschlauchfaß eingearbeitet. Das reduziert teure Düngerverluste in die Luft. |
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| Weizenanbau nach Sonnenblumen |
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| Auch die Sonnenblumen wurden im Herbst gedroschen. Die kamen ertraglich mit einem blauen Auge davon, weil sie sehr trockenheitstolerant ist. |
In den Medien wird immer wieder über Landwirtschaft berichtet.
Der erste Beitrag ist nur mehr wenige Tage aufrufbar. Es wird erklärt, dass die Landwirtschaft für 11% der CO² Emmissionen verantwortlich ist. Ist das jetzt schlimm? Im ORF-Beitrag wird es so dargestellt. Die Landwirtschaft ist auf jeden Fall zu 100% für deine Ernährung verantwortlich. Und das ist doch viel wichtiger!
Weiters wird auf die tragische Tatsache aufmerksam gemacht, dass jeden Tag ein Bauer in Frankreich sich das Leben nimmt. Als Gründe werden die schwierigen Rahmenbedingungen und großer Druck genannt.
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Vor einigen Tagen war ich auf Radio Maria über eine Stunde live zu hören. In der Sendereihe "Lebenshilfe" berichtete ich über Ackerbau im Weinviertel. Nach meinem halbstündigen Vortrag, nutzten wieder viele Anrufer die Möglichkeit mit mir direkt ins Gespräch zu kommen.
Wie die ECHA, die europäische Chemikalienagentur am 30. Mai 2022 mitteilt, wird der Wirkstoff Glyphosat erneut als nicht krebserregend eingestuft. Vorausgegangen war die Sichtung zahlreicher Studien.
https://echa.europa.eu/-/glyphosate-no-change-proposed-to-hazard-classification
Sie hatte diese Einstufung bereits im Juni 2017 abgegeben:
https://echa.europa.eu/-/glyphosate-not-classified-as-a-carcinogen-by-echa
Diese Mitteilung ist Teil des gesetzlichen Vorganges, der
entscheidet, ob die Zulassung des Wirkstoffes im Herbst 2023 verlängert
wird.
Gerade im hügeligen Weinviertel sind in den vergangenen Wochen einige Gewitter niedergegangen.
Dort wo auf die Frühjahrs-Bodenbearbeitung vor dem Anbau von Rüben, Sonnenblumen, Mais usw. verzichtet wurde, blieb die Erde am Acker. Das sehe ich bei meinen eigenen Feldern, als auch bei meinen Berufskollegen.
Wenn durch mehrmaliges Grubbern und Eggen viel Feinerde prodzuiert wird, wird diese dann auch leichter auf die Straße und bis in die Häuser geschwemmt. Das sorgt für Unmut in der Bevölkerung und zahlreiche Einsätze für die Feuwehren.
Dort wo Begrünungen angebaut werden und mit erosionsschützender Mulch- oder Direktsaat angebaut wird, ist Glyphosat ein wichtiges Werkzeug um den Boden am Acker zu halten, weil dort fast nichts oberflächlich abrinnt und Erde mitschwemmt.
Diese Effekte beobachte ich seit einigen Jahren, daher finde ich Glyphosat als notwendiges Instrument für den Ackerbau. Wichtig ist mir ein sorgsamer Umgang: So wenig wie möglich und so viel als notwendig.
Seit 1980 steht bei mir im Hof der- von meinen Eltern errichtete- Mastschweinestall. Da nun das Innenleben wie Aufstallung etc. vermerht reparaturbedürftig wurde, stand ich vor der Entscheidung den Stall aufzugeben oder zu sanieren.
Nach einem langen Nachdenkprozess entschied ich mich für die Renovierung. Der Stall ist schon da, besitzt alle Genehmigungen und entspricht den Vorschriften. Ich finde es auch nachhaltiger vorhandene Gebäude zu nutzen, als auf die grüne Wiese neu zu bauen.
Das zweite Quartal 2021 stand ganz im Zeichen dieser Baustelle:
Das Spaltenkommando (Erklärung weiter unten =)
Onkel Hans bei der Arbeit: