Montag, 8. Dezember 2025

Heiße Erde- Kurzfilm über ein wertvolles Gut: Ackerboden

https://www.youtube.com/watch?v=kbjKWBaEdXM

In diesen wenigen Minuten wird viel wissenswertes über Ackerböden vermittelt. Anschauen zahlt sich aus für Landwirte und alle anderen. 

 

Mittwoch, 3. September 2025

Die Zuckerrübe zahlt alles... ein Spruch aus der Vergangenheit...

 Liebe Leute!

Das Getreide ist nach einer langen regenreichen Erntezeit seit der ersten Augusthälfte abgeerntet. Für Mais und Zuckerrüben war der Niederschlag im Juli extrem wichtig und höchst notwendig. 
Die Vorbereitungen für die Zuckerrübenernte laufen... fakt ist, dass dem Anbau der süßen Frucht immer mehr Stolpersteine im Weg sind. Von der fehlenden Beize und damit einhergehenden Aufgangsproblemen zu Beginn des Rübenjahres habe ich schon öfters hier berichtet. Im März war zu erfahren, dass die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf stillgelegt wird. Neben den vielen Arbeitsplätzen war meine Vermutung ganz richtig, dass auch der Wind für die Rübenbauern rauer wird. Mehr dazu später. Unsere Rüben entwickelten sich mittelmäßig, weil sie lückenhaft standen und sich ungleichmäßig präsentierten. Der Regen hat ihnen jetzt laufend geholfen.

Die Konzentration der Verarbeitung durch die Firma Agrana auf einem Standort in Tulln bringt wesentliche Änderungen/Nachteile für uns Bauern mit sich. Die anfangs versicherte Beibehaltung des Status Quo beim Übernahmesystem auf den Rübenplätzen bröckelt mehr und mehr weg. Aufgrund der großen Erntemengen für eine Fabrik (statt zwei) wird die Ernte bestimmt in den Dezember hinein dauern. Der Lageraufbau auf den Rübenplätzen soll sehr spät beginnen, so der Wunsch von Agrana. Dadurch wird sich auch die Ernte weit nach hinten verschieben. 
Das ursprüngliche Ziel von uns Rübenbauern war, dass die Rübenernte bis spätestens Mitte November abgeschlossen sein kann, um den schwierigen Witterungsverhältnissen im Herbst und der nachhaltigen Bodenschonung Rechnung zu tragen und die Rüben schonend und gesichert auf die Rübenlagerplätze zur Lagerung bringen zu können.
Der Weltmarktpreis für Zucker ist momentan sehr niedrig, daher sind auch für viele am Zuckerrübenanbau Beteiligten gerade karges Brot statt fette Gewinne zu verzeichnen.
Es bleibt spannend wie das alles aus/weitergehen wird/soll.

Auszug aus dem Newsletter der Rübenbauernorganisation vom 11. Juli 2025:

Neues Freihandelsabkommen mit der Ukraine geplant


Erst im letzten Newsletter Mitte Juni 2025 haben wir uns darüber gefreut, dass das bisherige Freihandelsabkommen mit der Ukraine nicht mehr verlängert und auf jenes Niveau wie vor dem Krieg auf 20.070 Tonnen zurückgenommen wurde. Deshalb wurden wir mit dem neuen Vorschlag der Europäischen Kommission völlig überrascht, der eine Ausweitung auf jährlich 100.000 Tonnen Weißzucker vorsieht. Wir betrachten dies als eine Provokation gegenüber allen österreichischen Rübenbäuerinnen und Rübenbauern, denn durch die völlig überzogenen Regelungen der letzten Jahre wurde ein Preisverfall ausgelöst, der bereits existenzielle Verluste auslöste, die uns mit der Rübenendabrechnung präsentiert wurden.

Es wurde zwar im Vorfeld bekannt, dass die EU-Kommission mit der Ukraine das bestehende Freihandelsabkommen weiterverhandelt und möglicherweise auch die bestehenden Zollfreimengen geringfügig angehoben werden, jedoch wurde dies dahingehend kommuniziert, dass besonders bei sensiblen Produkten, wie Zucker, äußerst behutsam vorgegangen werden wird. Das aktuelle Ergebnis bedeutet aber eine massive Erhöhung der Zollfreimenge um 500% gegenüber früher. Bei anderen landwirtschaftlichen Produkten liegt die Erhöhung im Bereich von 20-30%.

Die Rüben- und Zuckerwirtschaft in Europa reagiert ständig mit Flächenrücknahmen auf Marktverwerfungen, wie sie beispielsweise durch das Ukraine-Abkommen hervorgerufen wurden. All diese Anstrengungen der Branche werden aber durch immer neue Freihandelsabkommen zunichte gemacht. Das nächste Freihandelsabkommen, das im Raum steht, ist das Mercosur-Abkommen, das uns weitere knapp 200.000 Tonnen zollfreien Zucker in die EU bescheren wird. Diese Menge entspricht jener, die eine durchschnittliche europäische Zuckerfabrik jährlich produziert. Aktuell werden auch Freihandelsabkommen mit Indien und Thailand verhandelt. Details dazu sind uns noch nicht bekannt.

Wir werden jedenfalls nicht müde werden, die negativen Folgen der Freihandelsabkommen für uns Rübenbauern bei den Verantwortlichen zu deponieren. Es geht dabei nicht nur um die Interessen der Rübenbauern, sondern auch um den Erhalt der Versorgungssicherheit mit heimischen Produkten für die gesamte Bevölkerung.

Fest steht jedenfalls, dass dieser nun vorliegende Vorschlag für das Ukraine-Freihandelsabkommen keinem ukrainischen Kleinbauern etwas bringen wird. Die Profiteure sind die großen Agrarholdings der Ukraine. Die drei größten davon bewirtschaften mehr Ackerfläche als Österreichs Bäuerinnen und Bauern zusammen!

Uns mit diesen Agrarstrukturen in den Wettbewerb zu stellen, ist unfair und muss entschieden zurückgewiesen werden!

Als Bauer bin ich mittlerweile an globale Preisschwankungen gewöhnt, schwierig ist es aber damit zu wirtschaften. Vor Jahrzehnten galt der Spruch: "Die Rübe zahlt alles!" Das ist jetzt schlichtweg falsch.

 

Freitag, 28. Februar 2025

So wahr mir Gott helfe! Ich gelobe!

Gestern am 27. Februar  wurden die Gemeinderäte der Marktgemeinde Kreuzstetten angelobt. Es war mir persönlich wichtig, zu “ich gelobe” auch “so wahr mir Gott helfe” hinzuzufügen.

“So wahr mir Gott helfe” – warum?¹

  1. Die religiöse Formel unterstreicht, dass die Demokratie von Werten lebt, die sie nicht selbst hervorbringen kann; und dass staatliche Macht Grenzen anerkennen muss, wie zum Beispiel die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen.
  2. An Gottes Segen ist alles gelegen. Die religiöse Beteuerung ist eine Anerkennung der eigenen Grenzen. Es wäre arrogant zu sagen, dass wir Ihn nicht brauchen!
  3. In anderen Ländern ist eine religiöse Beteuerung selbstverständlich: Auch uns tut mehr Offenheit zu Religion in der Öffentlichkeit gut.
  4. Es ist eine besondere Gelegenheit sich zu unserem Schöpfer zu bekennen: “Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.” (Matthäus 10,32).

¹ Quelle: https://gudrunkugler.at/angelobt-so-wahr-mir-gott-helfe/

Freitag, 13. September 2024

15.000 Liter Wasserverbrauch pro kg Rindfleisch- was ist dran?

"Bauer Fritz aus Oberösterreich hat sich in seinem Gastkommentar mit dem Wasserverbrauch für Rindfleisch beschäftigt. Es ist ein langer Artikel (eigentlich ein Leserbrief auf einen Zeitungsartikel) geworden aber jede Zeile lohnt sich, weil er mit Fakten und Zahlen nur so gefüllt ist."
Und weil er so lang ist und so viele Links enthält bitte im Blog von Bauer Willi lesen.

https://www.bauerwilli.com/dummheit-und-propaganda/?fbclid=IwY2xjawFQz6dleHRuA2FlbQIxMQABHUIjSd9Jw3EVJAWY_Fi4gOC1iI2dnZyFHTbeXbvk03GNcj7ZPjzWMzPu6g_aem_4OR6thFdsz7Ss23aeGRpQw

Sonntag, 11. Februar 2024

Vollspaltenböden- Was kommt?

Bei der aktuellen Diskussion um die Bodenbeschaffenheit in Schweineställen fehlen mir die Antworten auf folgende Fragen:
×) Vor einigen Monaten wurde beschlossen bis 2039 bleiben bestehende Ställe erlaubt. Jetzt wird diese Frist verkürzt. Was soll ein Landwirt machen, der vor kurzem (zb 2021) sein ganzes Geld samt Riesenkredit investiert hat? Eine solche Finanzierung läuft jedoch oft 20 Jahre und länger. Der Stall wird auch teuer außerhalb des Ortsbereich gebaut sein, dass ja niemand (geruchs/lärm) belästigt wird. ☁️🦨

×) Als Bauer arbeite ich täglich mit Tieren. Ihr Wohlbefinden ist mir wichtig. Ich sehe, dass ihre Ausscheidungen sofort durch die Schlitze des Vollspaltenboden abfließen und durchgetreten werden. Die Schweine sind ganzjährig sauber und trocken. Welches Stallsystem wird danach Standard? Eines wo ich täglich ausmisten darf? Kein Problem habe ich mit dieser Arbeit, die wird ja sicher über einen höheren österreichischen Schweinepreis abgegolten. 😉 Oder liege ich da einem Faschingsscherz am Faschingssonntag auf? 😅

×) Schweine können nicht schwitzen und überschüssige Körperwärme über die Haut oder "keuchen" abgeben. Sie mögen an heißen Tagen die kühlende Eigenschaft des Betons. 🥵💧
Wissen das die Leute, die mitreden und Entscheidungen treffen?

×) In Österreich wurde in der Vergangenheit wenig in neue Schweineställe u.ä. investiert. Die Planungssicherheit, das sich Investitionen amortisieren und moderne Schweinehaltung gesellschaftlich erwünscht ist, fehlt wahrscheinlich. 💰
Wenn wir weltweiter Vorreiter mit einem Spaltenverbot sein wollen, dann bitte auch mit Importverbot für solche Ware. Ein klarer Handlungsauftrag für die Politik. 
Wo wird das Schweinefleisch fürs Sonntagsschnitzel her sein, wenn die heimischen Ställe leer sind??

Sonntag, 21. Januar 2024

Vollspalten- VfGh Erkenntnis

 🌐🐷 Countdown für Schweinebetriebe verkürzt! Ursprünglich war bis 2040 Zeit, Ställe anzupassen und Vollspaltenböden umzurüsten. Der Verfassungsgerichtshof hat aber entschieden, die Übergangsfrist aufzuheben🚜🏡 Unsere Bäuerinnen & Bauern stehen nun vor existenziellen Herausforderungen. Stallumbauten sind enorm teuer und müssen sich durch den Schweinepreis rechnen. Wenn die Eigenversorgung mit heimischer Ware aber nicht mehr funktioniert, werden die Importe von ausländischem Schweinefleisch aus unkontrollierten Haltungsbedingungen steigen. 

Dieter Schwarz meint zu Importware auf Facebook: "Versteh ich eh grad gar nicht. Wenn der Chinese ein Auto liefern möchte, muss es auch EU Standart haben. Ein Elektrogerät ohne Schutzerdung... kann auch keiner in die EU liefern. Warum kann einer 100 to Reis liefern aus einem Land wo Pflanzenschutz angewendet wird, der bei uns verboten ist?" 

Weiter schreibt er: "wir sind auch richtig begeistert, das im "Supermarkt" Gebäck ukrainisches Getreide ist, welches klarerweise wesentlich billiger produziert wird auf Feldern die bis zu 1.000 x so groß sind wie unsere, mit Personalkosten, die 700% unter unseren liegen"

Wird die Änderung bei Vollspaltenböden dem Tierwohl wirklich zugute kommen? 🐾🌱 #Landwirtschaft #Tierschutz #Umwelt #Tierwohl #Schweinebetriebe

Hier der Beitrag dazu im Wirtschaftsmagazin ECO, für wenige Tage verfügbar:

https://tvthek.orf.at/profile/Eco/11523082/Eco-vom-18-01-2024/14209736/Arme-Schweine-Vollspaltenboeden-Aus-spaltet-Bauern-und-Tierschuetzer/15553659%F0%9F%90%96?fbclid=IwAR36M4NB9s-ZwMUZ2anP9iP2lk5_qbkKOULA0NKTSgb8rChq1AgGN_eTWqQ

Bitte auch dieses Video einer Tierärztin zum Thema anschauen: 

https://www.facebook.com/share/v/ZThigcgBMEdFTKpL/



Donnerstag, 21. Dezember 2023

Ukrainie flutet EU-Zuckermarkt :-(

Auszug aus dem aktuellen Newsletter von "Die Rübenbauern":

Der europäische Zuckerpreis ist nach wie vor erfreulich hoch. Auch am Weltzuckermarkt wird ein erfreulich hohes Preisniveau verzeichnet und wird laut Experten noch einige Zeit auf diesem Niveau verbleiben. Es gibt am Weltmarkt keine Anzeichen für eine Veränderung der Situation, da so wie am europäischen Markt Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind. 

Situation Ukraine
Sorge bereitet der europäischen Rüben- und Zuckerbranche die Entwicklung in der Ukraine. Die Europäische Kommission hat als Solidaritätsbekundung gegenüber der kriegsgebeutelten Ukraine unlimitierten und zollfreien Zugang für Zucker gewährt. 

Die Ukraine hat bis vor dem Kriegsbeginn am europäischen Markt überhaupt keine Rolle gespielt. Durch die Ermöglichung von Zuckerexporten in die EU sind nun die Mengen ständig im Steigen. Dem Vernehmen nach wurden die Flächen für den Anbau 2023 bereits ausgeweitet, wodurch in diesem Zuckerwirtschaftsjahr etwa 650.000 Tonnen Zucker aus der Ukraine in die Europäische Union gelangen könnten. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2024/25 könnten nach weiteren Produktionssteigerungen in der Ukraine sogar 1 Mio. Tonnen Zucker nach Europa eingeliefert werden – und das gänzlich ohne Produktionsauflagen! 

So dürfen in der Ukraine beispielsweise die Neonicotinoide, die bei uns verboten sind, verwendet werden. Diese Importe können zu einem Ungleichgewicht am europäischen Markt führen, wenn die bisherigen Importe aus anderen Regionen dadurch nicht zurückgedrängt werden. Fest steht jedenfalls, dass vor allem die Erlöse aus den Verkäufen in die Europäische Union sicher nicht der kriegsgeplagten Bevölkerung zugutekommen, sondern nur einigen wenigen Zuckerindustrien und deren Eigentümer in die Hände spielen. 

Der europäische Zuckerrübenbauernverband CIBE und der europäische Zuckerindustrieverband CEFS haben auf diesen Umstand bei der Europäischen Kommission hingewiesen und klare Regelungen, insbesondere klar definierte Importquoten, verlangt.
Die Europäische Kommission sieht allerdings keinen Handlungsbedarf und verweist lediglich auf die Solidarität der Europäischen Union gegenüber der Ukraine. "Die Rübenbauern" werden an diesem Thema jedenfalls dranbleiben und auch in Österreich die Unterstützung unseres Anliegens einfordern.